Regionale Wachstumskerne in Brandenburg

Die Landesregierung hat im Jahr 2004 damit begonnen, ihre Förderpolitik regional und sektoral neu auszurichten und zu konzentrieren. Anlass für diese Weichenstellung waren einerseits geringer werdende Mittel von Bund und EU und andererseits Herausforderungen wie der demographische Wandel und die unterschiedliche Entwicklung in den Regionen des Landes. Unter dem Motto „Stärken stärken“ hat die Landesregierung im November 2005 15 sogenannte Regionale Wachstumskerne (RWK) bestimmt. Basierend auf Analysen der Wirtschaftsstruktur wurden außerdem Branchenkompetenzfelder ermittelt, die sich in den letzten Jahren dynamisch entwickelt haben und Wachstumspotentiale für die Zukunft aufweisen. Diese Branchenkompetenzfelder werden gezielt gefördert und weiter entwickelt.
Bei den RWK handelt es sich um insgesamt 26 Städte und Gemeinden, die über besondere wirtschaftliche bzw. wissenschaftliche Potenziale und über eine Mindesteinwohnerzahl verfügen. Durch die RWK sollen die Wachstumskräfte gestärkt, Beschäftigung gesichert und die Fördermittel effizienter eingesetzt werden. Die RWK sollen ferner eine Motorfunktion für ihre Region übernehmen und auf ihr Umland ausstrahlen. Die RWK genießen in entwicklungsrelevanten Förderprogrammen der Landesministerien einen Fördervorteil: Sie werden vorrangig behandelt, in dem der Mitteleinsatz stärker auf diese Standorte konzentriert wurde.
Alle RWK haben Standortentwicklungskonzepte erarbeitet, aus denen konkrete Vorhaben und Maßnahmen, z. B. zum Ausbau der Infrastruktur, der Entwicklung von Gewerbegebieten, der Fachkräfteförderung, des Technologietransfers bis hin zu Vorhaben im Bereich der Kultur oder des Tourismus abgeleitet wurden. Die Standortentwicklungskonzepte werden in regelmäßigem Abstand aktualisiert und fortgeschrieben.
Eine Arbeitsgruppe unter Leitung der Staatskanzlei, in der alle Ministerien vertreten sind, begleitet die RWK.
Die RWK wurden im Jahr 2010 durch Regionomica GmbH und Ernst Basler + Partner GmbH evaluiert. Das unabhängige Gutachten kommt zu dem Resultat, dass die RWK - bei Unterschieden im Detail - eine gute Entwicklung genommen haben. Sie sind wirtschaftsstrukturelle Anker vor Ort und haben eine hohe Bedeutung für die regionalen und lokalen Arbeitsmärkte. Die Landesregierung hat Anfang 2011 auf Grundlage des Gutachtens beschlossen, dass die 15 RWK ihren Status bis auf Weiteres behalten. Die Gesamtschau der Entwicklung in den RWK im Vergleich zu anderen Kommunen sowie die erst kurze Dauer des RWK-Prozesses und die Notwendigkeit zur Nachhaltigkeit der Förderstrategie waren für die Landesregierung entscheidende Argumente, an der Zusammensetzung der RWK bis auf Weiteres nicht zu verändern.
Die RWK sind inzwischen weit über die Landesgrenzen hinaus bekannte Beispiele für eine moderne Struktur- und Standortpolitik. Für die RWK gilt auch weiterhin: Der RWK Status ist kein Selbstzweck. Mit ihm ist eine besondere Verantwortung für die Entwicklung des Landes verbunden. Die Kooperation mit den Umlandgemeinden, Fachkräftesicherung und Wissens- und Technologietransfer bleiben Themen von hoher Bedeutung für die Entwicklung in den RWK und in Brandenburg.
Als Regionale Wachstumskerne wurden festgelegt:
- Brandenburg a.d.H.
- Cottbus
- Eberswalde
- Finsterwalde/Großräschen/Lauchhammer/Schwarzheide/Senftenberg/ („Westlausitz“)
- Frankfurt (Oder)/Eisenhüttenstadt
- Fürstenwalde
- Luckenwalde
- Ludwigsfelde
- Neuruppin
- Oranienburg/Hennigsdorf/Velten
- Potsdam
- Schwedt/Oder
- Spremberg
- Wildau/Königs Wusterhausen/Schönefeld („Schönefelder Kreuz“)
- Prignitz



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