Zu den Vorveröffentlichungen von Klaus Roßbergs Buch "Das Kreuz mit dem Kreuz" im "Spiegel" erklärt Regierungssprecher Erhard Thomas:

Nun liegt das Werk also vor:

"Das Kreuz mit dem Kreuz. Ein Leben zwischen Staatssicherheit und Kirche." Edition Ost, verfasst von Klaus Roßberg, Oberstleutnant im MfS, und seinem Ghostwriter Peter Richter, im MfS für die Auswertung von Spionageberichten aus der "BRD" zuständig.

Eine über weite Passagen ziemlich einseitige Darstellung, in sich widersprüchlich, voll von Halbwahrem und Halbgarem und vor verletzter Eitelkeit nur so triefend.

Was die Ausführungen zu Stolpe und den Untersuchungsausschuß angeht: Das hatten wir alles schon! Für Ministerpräsident Manfred Stolpe ist der Wiederaufguß jedenfalls kein Anlaß, erneut darauf einzugehen oder auch nur einen Deut seiner Aussagen vor dem Untersuchungsausschuß zu korrigieren.

Roßberg wiederholt nicht nur eine Menge Unwahrheiten, sondern tischt nun noch das verkaufsträchtige Thema "Stolpe und der KGB" auf. Auch das hatten wir schon. Wie Stolpe bereits gegenüber dem Spiegel sagte: "Ich hatte keine Kontakte zum KGB. Das KGB hat sich mir auch nie erkennbar genähert. Mein Rückhalt, der mir auch gegenüber den Stasi-Offizieren die nötige Gelassenheit gab, ist höher als in Moskau angesiedelt. Das werden die Roßbergs und andere wohl nie begreifen."

Daß Herr Roßberg mit der Vermarktung seiner "Memoiren" seine Rente aufbessern will, versteht jeder. Aber Roßbergs "Kreuz mit dem Kreuz" macht eines ganz deutlich: Der Ex-Oberleutnant des MfS, für den die westliche Demokratie "nach den Spielregeln einer heuchlerischen, selbstgerechten Gesellschaft" funktioniert, hat bis heute nicht verkraftet, daß ihm die schöne heile Stasi-Welt der DDR mit der Wende abhanden gekommen ist.

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