Ministerpräsident Manfred Stolpe übergab die Oderflut-Medaille während des Festaktes am 20. September 1997 an folgende von den jeweiligen Behörden bzw. Organisationen vorgeschlagenen Helferinnen und Helfer:
 

1. Gruppe "Bevölkerung"

Vertreter der Landkreise und der Stadt Frankfurt(Oder)

Helmut Renner, Landkreis Oder/Spree, wohnhaft in Brieskow-Finkenheerd, war insbesondere zum Befüllen von Sandsäcken eingesetzt und leistete unermüdlich Hilfe beim Bau von provisorischen Deichen.

Edgar Kiesling, wohnhaft in Vierraden, war als freiwilliger Helfer in vorbildlicher und unermüdlicher Weise an der Oder im Bereich Gartz und Vierraden tätig. Er war dort verantwortlich für die Organisation des Kräfteeinsatzes sowie aktiv beim Verbau der Materialien tätig.

Heinfried Neumann, Stadt Frankfurt(Oder), wirkte Tag und Nacht unermüdlich als Führungsgehilfe, um die Arbeit der oft mehreren hundert Helfern zu koordinieren und somit den für seine Heimatstadt so wichtigen Einsatzerfolg zu sichern. Anstatt wie geplant in den Urlaub zu fahren, ließ er sich in ein Zwölfstunden-Schichtsystem integrieren.

Siegrid Brettschneider, Landkreis Märkisch Oderland, wohnhaft in Groß Neuendorf, hat sich in der gesamten Hochwasserzeit durch besondere Einsatzbereitschaft zum Gemeinwohl ausgezeichnet. Sie war u.a. im Einsatz am Sandsackabfüllplatz, bei der Versorgung der Bundeswehrsoldaten mit Kaffee und Kuchen, sie gab den Senioren des Ortes in der kritischen Zeit seelischen als auch tatkräftigen Beistand und sie hat aktiv an den anschließenden Aufräumarbeiten mitgewirkt.

Detlef Wiesegart, Landkreis Barnim, war vom Anbeginn des Hochwassers (auch in der Vorbereitungszeit) daran beteiligt, alle notwendigen Maßnahmen vor Ort wie z.B. Einteilung und Einweisung der Deichläufer, Gewährleistung aller Versorgungsmaßnahmen und weiteres zu koordinieren. Durch sein Wirken gelang es auch eine ordnungsgemäße und reibungslose Evakuierung der bedrohten Gebiete durchzuführen.

2. Gruppe "Bundeswehr", BGS"

Bundeswehr

Fregattenkapitän Burkhardt Hamann (Marine), wohnhaft in Schönweide, hat als Kommandeur des Marinesicherungsbataillons 1 in Glücksstadt und als verantwortlicher Führer vor Ort mit den ihm unterstellten Soldaten des 1. Marineverbandes in der Nacht vom 30. auf den 31. Juli den abrutschenden Deich bei Hochenwutzen zusammen mit den Heeresfliegerkräften gehalten und dadurch die Überflutung des Oderbruches verhindert. Dieser Erfolg ist wesentlich seinem persönlichen mutigen und bis zur körperlichen Erschöpfung gehenden Einsatz zu verdanken.

Obergefreiter Marko Frost (Luftwaffe), wohnhaft in Breege, Landkreis Rügen, wurde stellvertretend für den gesamten Verband ausgewählt. Die Flugabwehrraketengruppe 31 aus Sanitz war mit insgesamt 300 Soldaten vom 23.07.97 bis zum 31.07.97 im Katastrophengebiet im Einsatz. Der Verband trug durch den Einsatzwillen aller seiner Soldaten wesentlich dazu bei, den drohenden Deichdurchbruch bei Hohenwutzen und damit die Überflutung des Oderbruchs zu verhindern.

Frau Stabsunteroffizier Inga Tüxen (Heer/Rendsburg), wohnhaft in Rendsburg, war während des Katastropheneinsatzes an der Oder im Deichabschnitt Stolpe vom 30.07.97 bis 08.08.97 als Sanitätstruppführer eingesetzt. Sie war verantwortlich für die sanitätsdienstliche Versorgung von 110 Soldaten des Einsatzverbandes. Überaus verantwortungsbewußt und sehr verläßlich erfüllte sie ihren Auftrag. Durch ihre sanitätsdienstliche Leistung und ihr vertrauenschaffendes freundliches Wesen, das sie auch unter hoher psychischer und physischer Leistung zeigte, hat sie wesentlich zur Einsatzbereitschaft und Motivation der Soldaten des Einsatzverbandes beigetragen.

BGS

Polizeimeister Walter Völker, Grenzschutzamt Frankfurt(Oder), erklärte sofort seine Bereitschaft, mit dem GSI-Zug in den Einsatz zu gehen, auch als er private Verabredungen absagen mußte. Obwohl der Dienststellenleiter dem Beamten später angeboten hatte, ihn aus dem Einsatz wiederherauszulösen, bat Polizeimeister Völker darum, weiter im Hochwassereinsatz in Eisenhüttenstadt eingesetzt zu bleiben, weil er dort gebraucht

werde.

3

3. Gruppe "Polizei, Feuerwehr, THW, DLRG"

Polizei

Polizeimeisterin Marion Mathis, zeichnet sich durch eine sehr hohe Einsatzbereitschaft im Rahmen der Hochwasserbekämpfung aus. Sie war in mehreren Unterabschnitten entlang der Oder im Einsatz. Durch eine gute Gesprächsführung zur Erläuterung der polizeilichen Aufgaben im Rahmen der Hochwasserabwehr trug sie wesentlich zur Gesamtaufgabenerfüllung der Polizei bei. In jeder Situation blieb sie bürgernah und sachlich.

Feuerwehr

Volker Neumann, wohnhaft in Ratzdorf, zeichnet sich durch seine hohe Einsatzbereitschaft aber auch durch ein gut ausgeprägtes Organisationsvermögen gepaart mit den erforderlichen Führungs- und Leitungsfähigkeiten aus. Besonders in der Zusammenarbeit mit den anderen Hilfsorganisationen, der Bundeswehr, dem BGS und der eigenen Bevölkerung organisierte er vorbildich die Arbeiten zur Abwehr des Hochwassers.

TWH

Joachim Wieland hat als Fachberater im Stab Frankfurt(Oder) den Einsatz des THW in diesem Bereich koordiniert.

DLRG

Thomas Rippel, wohnhaft in Bremerhaven, war in Hohenwutzen als Rettungstaucher eingesetzt. Er hat während zeitweise akuter Deichbruchgefahr zusammen mit anderen Kameraden im taucherischen Einsatz wasserseitige Abdichtungsmaßnahmen durch Einbringen von Folie durchgeführt.

4

4. Gruppe "DRK, MHD, JUH, ASB, Seelsorge"

DRK

Gisela Hasse, wohnhaft in Großbeeren, war 12 Tage in Brieskow-Finkenheerd an der Feldküche im Einsatz. In dieser Zeit wurden in drei Schichten bis zu 3.000 Helfer des Hochwassereinsatzes ganztägig versorgt. In ihrer "Freizeit" war sie zu ungeduldig, um wirklich frei zu machen, sie füllte wie viele andere auch etliche Sandsäcke.

MHD

Bärbel Steinke, Leiterin der Malteser-Geschäftsstelle in Wriezen, stand Tag und Nacht zur Verfügung und war Verbindungsfrau zu den Stäben und Kommunen. Weit über das normale Maß hinaus hat sie sich mit Ihrer ruhigen und freundlichen Fürsorge Einzelschicksalen angenommen. Für die aus den Krisengebieten evakuierten Menschen war sie ein ruhender Pol und betreute die Betroffenen unauffällig im Hintergrund.

JUH

Heiko Anders befand sich zu Beginn des Hochwassereinsatzes auf der Rückreise von seinem Jahresurlaub. Direkt von der Autobahn fuhr er zum Einsatzort in Ratzdorf und begann als erster Feldkoch vor Ort Helfer vom THW und aus der Bevölkerung zu verpflegen. Herr Anders erfüllte seine Aufgaben als Koch und Koordinator für die Verpflegung während des gesamten Hochwassereinsatzes - zunächst in Ratzdorf, dann in Eisenhüttenstadt - in vorbildlicher Weise, teilweise in 36-Stunden-Schichten.

ASB

Ingo Naußed, wohnhaft in Groß-Radden, ist Leiter der Katastrophenschutzeinheit des ASB-Ortsverbandes Lübbenau und hat die Einsätze und Verpflegung 2 x je 3 Tage in Eisenhüttenstadt und eine Woche in Hohenwutzen geleitet.

Seelsorge

Peter Sachse (Pfarrer), wohnhaft in Jeserig, gab Hilfestellung hinsichtlich der Betreuung von evakuierten Personen. Pfarrer Sachse war nach Einrichtung des BIC-Beratungszentrum für Hochwasseropfer in Frankfurt(Oder) spontan bereit, hier - auch am Wochenende - beratend tätig zu werden.

 

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