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Presseinformation vom 12. Mai 2000


Mineralöl - "Es ist so etwas wie ein Lebenselexier"

(Es gilt das gesprochene Wort!)

Begrüßungsrede von Ministerpräsident Manfred Stolpe auf der Feier zum 40. Jahrestag des Bestehens des Außenhandelsverbandes für Mineralöl am 12. Mai 2000 im Inselhotel Hermannswerder in Potsdam um 9.00 Uhr

Ich begrüße Sie aufs herzlichste hier in Potsdam. Ein festlicher Anlass hat Sie in die Landeshauptstadt Brandenburgs geführt: Die Feier zum 40. Jahrestag des Bestehens Ihres Verbandes. Herzlichen Glückwunsch! Nach Ihrer Anreise gestern hatten Sie Gelegenheit, erste Eindrücke von Potsdam zu gewinnen. Ich hoffe, diese waren dazu angetan, Ihre Visite bei uns zu wiederholen. Vielleicht zur Bundesgartenschau im kommenden Jahr? Wie auch immer - Potsdam, die kleine, aber feine Schwester Berlins ist eine Reise wert. Und Sie sind uns als Gäste stets willkommen!

Die Energiewirtschaft in Brandenburg hat eine lange Tradition und ist ein bedeutender Industriezweig mit hoher Akzeptanz in der Bevölkerung. Allerdings ist der Energieverbrauch in der brandenburgischen Wirtschaft seit 1992 um etwa ein Drittel zurück gegangen, obwohl das Wirtschaftswachstum bis 1998 um 44 Prozent zugenommen hat.

Mineralöl ist mit einem Anteil von rund 36 Prozent nach der Braunkohle (48 Prozent) einer der wichtigen Energieträger des Landes Brandenburg. Der Rohölimport belief sich im vergangenen Jahr auf 10,8 Millionen Tonnen. Brandenburg ist das Energiezentrum Ostdeutschlands. Knapp 15 000 Beschäftigte waren zum Ende des Jahres 1999 in der Braunkohlen- und Energiewirtschaft des Landes tätig.

In Brandenburg stehen moderne Braunkohlekraftwerke und wir fördern die Kohle zu günstigen Kosten. Die Voraussetzungen für eine langfristige Braunkohleverstromung sind also gegeben. Die Grundlage der brandenburgischen Energiepolitik bildet das 1996 verabschiedete Energiekonzept. Es sieht eine deutliche Strukturverschiebung bis zum Jahr 2010 (zu Lasten der heimischen Braunkohle) zugunsten von Mineralöl vor, das unser wichtigster Energieträger werden wird.

Als gleichberechtigte Zielstellungen wurden in diesem Konzept verankert: 1. Der Wirtschaftstandort Brandenburg braucht eine langfristig eine sichere und kostengünstige Energieversorgung. 2. Die Energienutzung soll nach dem Leitbild der nachhaltigen Entwicklung ressourcen- und umweltschonend zu gestaltet werden. 3. Mit der Energiewirtschaft wollen wir die Wirtschaftskraft des Landes stärken und Arbeitsplätze sichern sowie neu schaffen. 4. Bis zum Jahre 2010 soll ein Anteil von fünf Prozent des primären Energieverbrauches aus erneuerbaren Energien gedeckt werden (gegenwärtig sind es zwei Prozent).

Schwedt in Brandenburg ist einer der wichtigen europäischen Raffineriestandorte, hier wird seit 1964 Erdöl verarbeitet. Das Rohöl kommt aus zwei Strängen der Erdölleitung Freundschaft aus Westsibirien. Die alternative Versorgung findet über die zweite Pipeline Rostock - Schwedt statt. Auch eine Versorgung über den Danziger Hafen ist möglich. Mit einer Verarbeitungskapazität von 10,5 Millionen Tonnen pro Jahr hat sich Schwedt den Marktbedingungen angepasst. Im vergangenen Jahr wurden allein 700 000 Tonnen Mineralölprodukte nach Polen exportiert.

Das PCK Schwedt beschäftigt heute 1420 Mitarbeiter. Die Raffinerie hat insgesamt 150 Auszubildende. Auf dem Industriegelände des PCK sind rund 80 Firmen - vom Dienstleister bis zum Büro - mit etwa 2 000 Beschäftigten angesiedelt. Infolge der notwendigen Umstrukturierungen im Transformationsprozess wurden fast 40 Firmen mit 1 500 Beschäftigten aus dem ehemaligen Kombinat ausgegliedert. Wenige Kilometer von der Raffinerie entfernt steht die Mineralölverbundleitung Schwedt-Heinersdorf GmbH. Dieses Unternehmen managt u.a. den Rohöltransport nach Leuna.

Mit diesen knappen Fakten wollte ich deutlich machen, dass Mineralöl in Brandenburg eine wichtige Rolle spielt. Es ist so etwas wie ein Lebenselixier. Zugleich ist der Export von Mineralöl und Mineralölprodukten ein Motor unserer Außenwirtschaft. Verbesserung des Exports aber ist ein Schlüssel verbesserter Wirtschaftskraft Ostdeutschlands.

Unternehmen der Mineralölwirtschaft sind wichtigste Aufbauhelfer in unserem Land. Dafür danke ich herzlich! Und ich freue mich auf künftige Zusammenarbeit! Für Ihre Tagung wünsche ich anregende Gespräche und frohe Stunden. Kommen Sie wieder!

Vielen Dank!

© Landesregierung Brandenburg, 2000